Donnerstag, 13. Februar 2014

Marokkoreise Teil 6 Agadir bis Laayoune


Am 02.02. fahren an Agadir vorbei, die N1 Richtung Tiznit.





Ab Tiznit durchfahren wir durch die Sahara Provinzen.
Auch hier überall Polizeikontrollen, wir werden - wie bisher immer - von den freundlich grüßenden Beamten ohne Kontrolle durchgelassen.










Unterwegs machen wir Rast. Wir haben Hunger.
Ali - ich nenne ihn einmal so - ist Fleischverkäufer im seinem Fleischerladen, Gemüseverkäufer in seinem Gemüseladen, Grillchef und "Restaurantbesitzer".
Und das alles gleichzeitig.
Ein rühriger junger Marokkaner.






Zum Essen einen "Whiskey marocain".
Schwarzer Tee mit Minze und viiiieel Zucker.




"Ali"






Ein schönes, aufgeräumtes Städtchen.






Wir überqueren die letzten Züge des Antiatlas Gebirges, welches älter ist als das hohe Atlas Gebirge.








Es geht weiter hinunter in die große Ebene von Guelmim.







Wir fahren durch Guelmim, machen verschiedene Einkäufe, unser heutiges Ziel liegt noch ca. 150Km entfernt.




Die Piste zum Ksar Tafnidilt.












Die Hotelanlage "Ksar Tafnidilt".
Am nördlichen Abbruch des Draa-Deltas, abseits jeglicher Zivilisation, hat ein Franzose dieses Einod geschaffen.
Herrlich gelegen, mit Blich über das weite Draatal.
Ruhe, nichts als Ruhe.




Der neue Schlosshund nimmt Besitz!!!




Zum ersten Mal lassen wir mit dem Kran unser Quad ab. 
Weder ich noch Beata sind bisher damit gefahren, es ist noch jungfräulich!










Frühstück im Ksar.
























Obwohl man sich in Frankreich wähnt, gönnen wir uns eine "Tee-time" in der morgenlichen Sonne.













Nach dem Tee, auf zum Bergsteigen.
Nach einem schweisstreibenden Aufstieg haben wir die ca. 30 Meter geschafft!Ha!







Unser Hund hat einen alten Kochen gefunden.
Seinen Gebärden nach muss es sich wohl um den Knochen eines riesigen Urviehs gehandelt haben, weiterhin ist unser Hund der Ansicht, das Ganze lebe noch...und so wird der Jagdtrieb in ihm geweckt.









Ich habe es erlegt!!!!


...oh, es lebt noch...







Na, bist du jetzt tot???



...braver Hund, fein gemacht!




Hier bitte die Kamele und Dromedare parken...




Erste Probefahrt...










...dann geht´s in die Sandberge.










...das ist absolut geil!!!














Wieder zurück im Ksar.










Wir besuchen das alte Ksar Tafnidilt, welches gegenüber dem Neuen liegt.




Luft, Sand und Regen, von Letzterem recht wenig, haben ihre Spuren an den alten Lehmsteinen hinterlassen. Alles erscheint nicht nur recht baufällig.
















Das Ksar stammt noch aus spanischer Herrschaft über das Land.
Beim durchstreifen der Ruinen stelle ich mir das damalige Treiben in dieser recht großen, auf einem Fels thronenden Festung vor.
Aber die absolute Stille unterbricht meine Gedanken und immer wieder nehme ich die Realität der sich vor mir aufhäufenden Trümmer wahr.
Vermutlich war zur damaligen Zeit das zu Füßen des Ksar´s liegende Draa-Delta noch fruchbar und konnte somit die Bewohner 
versorgen.






Beata´s erste Kilometer...



























Nach zwei Nächten im Ksar fahren wir weiter und erreichen Tan-Tan.






Von Tan Tan aus fahren wir weiter nach El Quatia, wir benötigen Wasser.
Am Ortseingang soll es ein Restaurant mit angeschlossenem Campingplatz geben, von einer Französin geführt.
Wir kehren im Restaurant ein, speisen zu Mittag, auf meine Nachfrage nach Wasser meint die französische Dame, sie warte selbst auf den Tankwagen.
Reinfall, wie auch das Essen.
Apropos Essen:
Die besten Erfahrungen haben wir bisher an dem Grill´s am Straßenrand gemacht.
Alles was sich Restaurant mit dem Zusatz "französisch" nennt entpuppte sich als schlechtes Essen zu teuren Preisen.









Da wir noch ca 300 Liter Wasser haben, kaufen wir noch in El Quatia 20 Liter Trinkwasser in Kanistern und fahren weiter, über die Piste ans Draa-Delta.




...übelste Wellblechpiste...ich lasse den Reifendruck auf 3,5 Bar ab.
Mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 und 70 Km/h lässt sich die Piste einigermaßen fahren, im Schritttempo haut es uns fast gegen das Fahrerhausdach, der Hund ist ganz verwirrt.










Unser Stellplatz für die nächsten Tage...










Abends Lagerfeuer und dann die Kartoffeln in die Glut, lecker.
Nur das Feuerholz sammeln gestaltet sich in dieser fast vegetationslosen Gegend als schwierig.
Am Tag waren wir bei einem Fischer, welcher eine Hütte am Abhang zum Meer bewohnt, zum Tee eingeladen. Mangels Sprachkenntnissen war es eine spärliche Unterhaltung, aber die Lebensart und Weise war schon beeindruckend.
Später brachte ich ihm ein Glas Marmelade und ein paar Orangen zu Dank für seine Gastfreundschaft. Die von mir noch zusätzlich angebotenen Dirham lehnte er ab!








Es ist warm, sehr warm.
Der Hund liegt im Schatten, ansonsten genießt er seine ca. 25 Quadratkilometer freien Auslauf.



Jetzt brauchen wir aber Wasser!
Da es nur recht wenige Campingplätze Richtung Mauretanien gibt, die Wasserversorgung im Süden der West Sahara Berichten nach noch schlechter ist, entschließen wir uns zunächst zurück nach Tan-Tan zu fahren um Geld zu wechseln und dann erneut in El Quatia an Wasser zu gelangen. Zwei weitere Campingplätze haben sich dort etabliert.

Der Bank Besuch in Tan-Tan dauert gut eine Stunde.
Bei vermutlich jedem Arzt in Deutschland ist die Wartezeit geringer.
Gleich nachdem wir die Bank betreten, erkennt uns ein freundlicher Mitarbeiter als "Touristen", kommt freundlch auf uns zu und bittet einen Ausweis auf den Tresen seines Kollegen zu legen.
Da liegen sie. Andere Ausweise, Schlüssel und Zettel mit 3 Kreuzen darauf. 
Alle auf dem Tresen. Alle schön in Reih und Glied.
Jetzt verstehe ich das System.
Ausweis für Ausweis, Schlüsselbund für Schlüsselbund, Kreuzchenzettel für Kreuzchenzettel arbeitet der Bankangestellte in aller Ruhe ab.
Wir sitzen auf einem Sofa, neben uns vermummte Frauen, Männer.
Nach gut einer Stunde sind wir an der Reihe und nach knapp 5 Minuten ist das Geld gewechselt.

 Weiter gehts bzw. zurück nach Tan-Tan Plage resp. El Quatia.
Wasser!
Wir landen auf dem Campingplatz "Atlantic" in El Quatia.
Der Campingplatzbesitzer ruft pro 100l Wasser 20 Dirham auf. Ich willige ein. Wir benötigen rd. 500 Liter. 
Nach 50 Litern dreht er den Wasserhahn ab und meint wir müssen mindestens 8 Tage bleiben. 
Ich frage ihn, was ich auf diesem 2 Meter hoch ummauerten Platz, welcher mich an die Gefängnisinsel im Film und gleichnamigen Buch "Papillion" erinnert, machen soll?
Sein französisch ist eine Katastrophe, ich beuge mich dem arroganten A...loch, welcher dann in seine relativ neue Mercedes S-Klasse steigt und davon fährt.
Wir fahren mit dem Quad in die Stadt, lassen verschiedene Kleidungstücke waschen und bügeln, bummeln und in einer Seitengasse essen wir einen Berg voll frittierten Fisch für zusammen 60 Dirham, ca. €5,50.
Am nächsten Morgen versuchen wir auf dem benachbarten Campingplatz Wasser zu bekommen. Allem Anschein nach haben "Die" sich hier abgesprochen.
Kein Wasser.
Ja, Wasser ist hier in dieser Region knapp, öffentliche Wasserleitungen gibt es so gut wie keine, alles wird per Tankwagen angekarrt und in die Zisternen der Häuser - sofern vorhanden - gepumpt.
Wir verlassen den zweiten Campingplatz und einige hundert Meter weiter sehen wir am Straßenrand einen Tanklastwagen mit großem Wassertank.
Ich halte an, laufe über die Straße und frage den Fahrer, ob er uns Wasser gibt.
"Pas d´probleme, Monsieur, combien?"
"Cinq cent litres! Et le Prix?
"Come tu veux!"
Er steckt den riesen Wasserschlauch in unseren Einfüllstutzen, nach geschätzten10 Minuten ist alles gefüllt, ich gebe ihm 50 Dirham und wir rauchen noch eine Zigarette.




Mit vollem Wassertank fahren wir Richtung Tarfaya.
























Eigentlich wollen wir zu der Lagune in Khnifiss.
Es soll dort riesige Schwärme von Vögeln geben, welche auf ihrem Weg in den Süden und von Süden dort rasten.
Als wir ankommen sind dort tatsächlich eine Menge Vögel. Komische Vögel. Franzosen mit ihren Wohnmobilen.
Wir kehren um.








Inmitten der Dünen finden wir einen schönen Stellplatz.
Eine kaum sichtbare Piste - die einzige die entlang der N1 auf ca. 12 Km abzweigte, hatten wir gefunden.
Unsere ersten "Sanderfahrungen".
Upps...im Sand brauche ich doch Vollgas, hier und da eine, zwei Gänge herunterschalten.
Aber es geht, meine Frau befürchtet, sie müsse wohl heute noch schaufeln...
Wir stehen hier ein völliger Einsamkeit und Ruhe.
Vom Wind wohlgeformter Sand umgibt uns.
Keine Spuren einer Zivilisation.
  Das Wetter ist herrlich. Über die hohen Dünen vernehmen wir ganz schwach das monotone Rauschen der recht weit entfernten Atlantischen Ozeans.
Nicht einmal das Quad lasse ich herab, obgleich es reizvoll wäre...
Ich will die Natur nicht stören!











Zu Fuss wandern wir Düne über Düne zum Meer.
Es ist ein anstrengender Marsch im losen Sand.








Sandimpressionen:










































Haaaalo, wir grüßen euch!!!










Am nächsten Tag wieder zu Fuß durch die warmen Sandskulpturen.
Am Ende war der weite Ozean, der meinen Marsch mit einer Meerjungfrau belohnte
.





Kamel...ähh Hundtränke in der Wüste




Drei Tage verweilen wir in der ruhigen Einsamkeit, dann fahren wir weiter nach Tarfaya.






















Wie biegen ab, auf eine Piste.
Wellblech!!!
Ich bahne mir daneben eine eigene Piste.




Wir erreichen das Camp Beduin.




Sonnenaufgang am Camp






Das Camp liegt am Abbruch einer großen Senke.
Teilweise liegen diese Senken bis 60 Meter unter dem Meeresspiegel.






Im Beduinenzelt.



Frühstück




Ein kleiner Wasserfall neben dem Camp.
Das Wasser tröpfelt nur und ist mit Salz geschwängert.

Alles ist hier salzig. 
Selbst der Sand ist eine Mischung von 50% Salz und 50% Sand.




Der Salzwasserpool!
Klein, aber im Sommer bei Temperaturen von über 50C sicher eine Abkühlung.




Wir fahren in die Senke.










Salzkruste








Wie lange wird der Fels der Schwerkraft noch trotzen?








Nach zwei Tagen im Camp beschließen wir wieder nach Norden zu fahren.




Tanken!




Die Ablösung kommt.
Immer noch tanken.
Das Tankvolumen von 1.300 Liter freut den Tankwart, uns der Preis von 6,49 Dirham/Liter, umgerechnet ca. 58 Cent.





Ein Portugiese, nein eine Gruppe Portugiesen, hat sich auf dem Weg nach Südafrika verfahren.
Wir leisten Bergungshilfe.































































































































































































































































































Kommentare:

  1. Hallo Ihr Beiden,

    toller Blog.
    Macht richtig Lust bald wieder in Marokko zu sein.
    Viel Spass.

    Grüße Gerrie

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